Tamron 17-28 mm f/2.8 Di III RXD – ausführlicher Testbericht
Letzte Aktualisierung : 25/06/2025
Seit wir auf unserem Blog Objektive testen, haben wir bereits mehrere Weitwinkel-Festbrennweiten vorgestellt – darunter das beeindruckende 20 mm f/1,8-Weitwinkel von Sony sowie Tamrons 20 mm– und 24 mm f/2,8-Objektive. Ein Zoom fehlte bislang jedoch. Das Tamron 17–28 mm Di III RXD f/2,8 zählt wohl zu den spannendsten Ultraweitwinkel-Zooms überhaupt: Es bietet dieselbe große Lichtstärke wie die Festbrennweiten der Marke, ist dabei leicht und kompakt und vor allem zu einem sehr attraktiven Preis erhältlich. Schauen wir also, ob die Bildqualität ebenso überzeugt, wenn das Objektiv an einer A7R IV oder A7 III – also vor Sensoren mit 61 bzw. 24 MP – arbeitet. Einen umfassenden Artikel mit allem Wissenswerten zu Sony-Systemkameras (Vollformat und APS-C) haben wir ebenfalls verfasst; dort findest du alle technischen Daten und unsere Einschätzungen, um die richtige Kaufentscheidung für deine Kamera zu treffen.
Auch diesmal gibt es keine Testcharts oder Backsteinmauern – es sei denn, sie sind zwingend erforderlich – und keine Diagramme oder Labormessungen, wie man sie in anderen Reviews findet. Wir wollen vor allem herausfinden, was dieses Zoomobjektiv im Praxiseinsatz leisten kann.
Die in diesem Artikel gezeigten Fotos stammen aus RAW-Dateien, die mit DxO Photolab 5 im Standardfarbprofil entwickelt wurden; die Bilder in der Galerie bilden die Ausnahme. Wie schon beim Test der 20- und 24-mm-f/2,8-Objektive erhalte ich keinerlei Unterstützung von Tamron: Ich habe das Objektiv selbst im Handel zum regulären Preis gekauft, genau so, wie ihr es ebenfalls tun könntet.
Wenn ihr noch mehr erfahren möchtet, besucht gerne unsere Seite mit allen Sony-FE-Objektiven für Vollformatkameras.
Übersicht über das Objektiv
| Merkmale | Visuell |
|---|---|
|
|
Im Juni 2019 kündigte Tamron die Einführung dieses vielseitigen Objektivs, des Tamron 17-28 mm f/2,8, an. Um den 67-mm-Filterdurchmesser seiner Vollformat-Zoomreihe für spiegellose Kameras beizubehalten, verkürzte der Hersteller bewusst den Brennweitenbereich, damit die konstante Lichtstärke von f/2,8 erhalten bleibt. Für DSLR-Kameras bot Tamron zuvor ein deutlich größeres und schwereres, stabilisiertes 15-30 mm f/2,8 sowie ein etwas weiter reichendes 17-35 mm mit variabler Blende f/2,8–4 an. Mit einem Einführungspreis von 1 000 € war das 17-28 mm eine preisgünstige Alternative zum rund 2,5-mal teureren Sony 16-35 mm f/2,8 GM und zum fast 50 % teureren, stabilisierten Sony-Zeiss 16-35 mm f/4. Mittlerweile ist der Preis auf etwa 850 € gefallen, was das Objektiv noch attraktiver macht. Auch wenn das immer noch eine ordentliche Summe ist, bleibt es für ein Ultraweitwinkel-Zoom mit durchgängiger Blende f/2,8 ein fairer Kurs – und die großzügige Öffnung erweist sich bei schlechten Lichtverhältnissen als hilfreicher Vorteil.

Obwohl der Brennweitenbereich im Vergleich zu 16-35-mm-Objektiven begrenzt ist, bietet es eine gute Leistung, wenn es vor einem Vollformatsensor eingesetzt wird und sehr weite Bildwinkel benötigt werden. Vor einem APS-C-Sensor hingegen verliert es deutlich an Relevanz. Das kürzlich im gleichen Format und zum gleichen Preis erschienene 17-70-mm-f/2.8-Objektiv von Tamron ist etwas sperriger und schwerer, deckt aber mit derselben Blende einen viel größeren Brennweitenbereich ab. Diese Art von Zoomobjektiv ist insbesondere in der Landschafts- und Architekturfotografie sehr geschätzt. Hier bietet Tamron dank seiner Preispositionierung und seiner physikalischen Eigenschaften einen großartigen Reisebegleiter. Dennoch kann man sich fragen, ob man sich für dieses Zoomobjektiv oder eines der beiden in unserem Blog getesteten Festbrennweitenobjektive der Marke entscheiden soll, nämlich die 20- und 24-mm-Objektive mit f/2.8. Der Vorteil, die beiden Festbrennweitenobjektive zusammen mit dem 17-28-mm-Objektiv zu haben, und umgekehrt, ist durchaus gegeben.
Bei diesen drei Objektiven spielt die maximale Blende keine Rolle, da sie alle die gleiche Blende von f/2.8, den gleichen Filterdurchmesser von 67 mm und den gleichen RXD-Motor haben. Unter Berücksichtigung der physikalischen Kriterien wird es auch schwierig sein, sich zwischen dem Festbrennweiten-Duo und dem Zoomobjektiv zu entscheiden, da die 20- und 24-mm-Objektive zusammen etwa das gleiche Gewicht und die gleiche Größe in der Tasche haben wie das Zoomobjektiv selbst. Die Festbrennweitenobjektive sind jedoch einzeln betrachtet interessanter und günstiger als das Zoomobjektiv. Zudem bieten sie ein Vergrößerungsverhältnis von 1:2, das sich als nützlich erweisen kann, wenn Sie sich mit Makrofotografie beschäftigen möchten. Somit behält das Zoomobjektiv seinen Vorteil in Bezug auf die Vielseitigkeit, während die Festbrennweitenobjektive die richtige Wahl sind, wenn Sie ein einzigartiges Sichtfeld und eine hohe Bildqualität zu einem angemessenen Preis suchen. In puncto Bildqualität hinkt das Zoomobjektiv allerdings hinterher.
Ergonomie, Design und Handhabung
Um optisch komplexe Objektive bei gleichzeitiger Gewichtsreduzierung anbieten zu können, hat sich Tamron für die Verwendung von Kunststoff entschieden. Dieser wirkt auf den ersten Blick vielleicht nicht so robust und langlebig wie die Metall- oder Legierungsgehäuse der Sigma-/Sony-G/GM-Objektivserien, es handelt sich jedoch um einen hochwertigen Kunststoff, mit dem Tamron seit einigen Jahren die meisten seiner Objektive wetterfest macht. So gibt es mehrere Dichtungen, sowohl am Bajonett als auch im Inneren des Objektivtubus. Unter den 13 Objektiven befinden sich drei Linsen mit geringer Dispersion (zwei LD und eine XLD) sowie drei asphärische Linsen (zwei geformte und eine Verbundlinse). Diese sorgen für ein gutes Verhalten des Objektivs gegenüber Streulicht und chromatischen Aberrationen. Die 9-Lamellen-Blende sorgt für ein rundes Bokeh. Bei identischer maximaler Blendenöffnung ist es sogar besser als das der 20- und 24-mm-Festbrennweitenobjektive, die nur über sieben Lamellen verfügen. Wir könnten jedoch auch vermuten, dass Tamron davon ausgeht, dass sein Zoomobjektiv hauptsächlich bei mittleren Blendenöffnungen (f/5.6–f/8) und seine Festbrennweitenobjektive bei großen Blendenöffnungen (f/2.8–f/4) verwendet werden. Die Ergebnisse der Bildqualitätstests bestätigen diese Annahme.
Mit einem Gewicht von 420 g ist das Zoomobjektiv dank seiner Kunststoffkonstruktion sehr leicht im Vergleich zu den meisten f/2.8-Zoomobjektiven dieser Art, die in der Regel zwischen 600 und 800 g (oder mehr) wiegen. Aufgrund seines Gewichts und seiner Abmessungen sorgt es für eine gute Balance mit allen Vollformatkameras von Sony, einschließlich der A7C, was beim Arbeiten vor Ort sehr praktisch ist. Viele Videografen nutzen es auch für Vlogging-Zwecke.
Wie bei Festbrennweitenobjektiven bietet der Objektivtubus nur das Nötigste. Es handelt sich um ein Zoomobjektiv mit nur einem Zoomring und einem Fokusring. Es gibt keinen Schalter, keine anpassbaren Tasten, keine optische Stabilisierung und somit auch keinen entsprechenden Modus. Außer den Brennweiten 17, 20, 24 und 28 mm gibt es keine weiteren Markierungen unter dem Zoomring. Tamron bietet mit diesem Objektiv eine einfache Lösung für die „Point-and-Shoot“-Fotografie: Sie wählen die Brennweite für den Bildausschnitt, fokussieren bei Bedarf manuell und die Kamera erledigt den Rest.

Die Gegenlichtblende ist ebenfalls aus Kunststoff gefertigt. Das ist hinsichtlich der Stabilität nicht gerade vertrauenerweckend, dafür ist sie aber zumindest nicht allzu schwer. Die Gegenlichtblenden der Sigma-I-Contemporary-Serie wiegen beispielsweise fast 100 g, was fast einem Viertel des Gewichts dieses 17–28-mm-Objektivs entspricht. Tamron liefert entgegen der früheren Praxis bei den f/2.8-Zoomobjektiven auch keine Objektivtasche mit, obwohl man bereits bei den neuesten DSLR-Objektiven 17-35 mm, 35-150 mm und 70-210 mm darauf verzichtet hatte.

Autofokus
Unter gleichen Bedingungen stellt das Objektiv im AF-S-Modus zügig scharf. Zwar erreicht es nicht die Geschwindigkeit eines Sony-GM-Objektivs oder des neuen 16-35 mm f/4 G, doch bei diesem Brennweitenbereich fällt ein etwas langsamerer AF weniger ins Gewicht, da die Optik häufig für Architektur- oder Landschaftsaufnahmen eingesetzt wird. Die Präzision ist jedoch nicht optimal – zumindest bei meinem Exemplar –, häufig liegt der Fokus leicht hinter dem Motiv. Das ist besonders störend bei Nahaufnahmen, denn die geringere Schärfentiefe verzeiht schon kleinste Abweichungen kaum. Bei entfernten Motiven oder bei manueller Fokussierung mithilfe von Focus Peaking und Lupe tritt das Problem hingegen kaum auf.
Im AF-C-Modus wird die gemächlichere Arbeitsweise stärker spürbar, da hier ein bewegtes Objekt verfolgt werden muss. Etwa bei Reportage-Situationen, in denen man mit 28 mm Straßenszenen fotografiert, ist ein zuverlässiges Tracking hilfreich. Obwohl das Tamron alle Sony-AF-Funktionen wie Eye-AF und Fast-AF unterstützt, zeigen sich hier seine Schwächen deutlicher. Der Eye-AF erfasst ein Auge erst zuverlässig, wenn das Motiv einen großen Teil des Bildes einnimmt; ist es einmal erkannt, kann man sich jedoch wieder etwas entfernen, ohne den Fokus zu verlieren. Kurz: Ein Auge aus größerer Distanz anzusteuern lohnt sich kaum, doch nach der Erfassung hält das Objektiv es recht stabil.
Tamron setzt hier noch auf einen etwas betagten AF-Motor, der schon in der ersten Version des 28-75 mm f/2,8 steckte. Dieses Zoom wurde kürzlich überarbeitet und erhielt den deutlich schnelleren Motor aus dem 70-180 mm; ich habe es selbst gekauft und den Unterschied bemerkt. Ob Tamron das 17-28 mm ähnlich bald aktualisiert, bleibt abzuwarten – bei dieser Objektivklasse ist der Bedarf an noch schnellerem AF erfahrungsgemäß geringer.
Bildqualität
Sprechen wir über die Schärfe! Das 17-28mm-Objektiv liefert eine gute Bildqualität, erreicht jedoch nicht die Leistung eines guten Festbrennweitenobjektivs oder anderer High-End-Zoomobjektive wie dem Sony 16-35mm f/2.8 GM oder dem Sigma Art 14-24mm f/2.8. In vielen Fällen wird uns das Bokeh eines solchen Objektivs weniger interessieren als die Detailgenauigkeit und insbesondere die Homogenität des Gesamtbildes. Um eine solche Homogenität zu erreichen, ist es jedoch besser, die Blende etwas zu schließen, insbesondere bei längeren Brennweiten. Diese Schwächen werden bei Vergrößerung des Bildes immer deutlicher, sodass das Objektiv für die 60 MP der A7R IV weniger geeignet ist als für die 33 MP der A7 IV, obwohl das gleiche Verhalten bei beiden Sensoren zu beobachten ist. Der optimale Bereich dieses Objektivs liegt zwischen f/4 und f/5,6 bei den kürzesten Brennweiten und zwischen f/5,6 und f/8 bei den längeren Brennweiten.
Hier ist ein Schärfetest der A7R IV bei 17 mm und f/2.8, f/5.6, f/8 und f/11. Es handelt sich um einen 100-%-Ausschnitt aus der Mitte unseres Testbildes.
Und derselbe Test an den Bildrändern (unterer rechter Rand) – weiterhin mit der A7R IV bei 17 mm und f/2.8, f/5.6, f/8 und f/11. 100 % Ausschnitt.
Ich zeige Ihnen nicht die gleichen Bilder, die ich mit meiner A7 IV aufgenommen habe, da das Ergebnis, wie bereits erwähnt, identisch ist. Auch wenn die Unterschiede auf einem weniger pixeligen Sensor möglicherweise weniger sichtbar sind, ist das Ergebnis identisch.
Bokeh
Bokeh steht bei einem Weitwinkel zwar nicht an erster Stelle, doch rückt man näher ans Motiv heran, lässt sich ein ansprechender Unschärfeeffekt erzielen. Für ein Objektiv dieser Klasse liefert das Tamron 17-28 mm ein angenehm weiches Bokeh, auch wenn die Unschärfekreise nicht ganz sauber abgezeichnet sind. Wer besonders cremige Hintergründe bevorzugt, greift besser zu einer lichtstarken Festbrennweite.
Wenn Sie einige Beispielbilder sehen möchten, stöbern Sie gern in unserer kleinen Galerie – hier entlang.


Verzerrung
Die Verzerrung ist bei kürzesten Brennweiten stark und kehrt sich beim Zoomen um.
Hier ist eine Verzerrung bei 17 mm


Und bei 28mm…


Vignettierung
Bei voller Blendenöffnung tritt insbesondere bei kurzen Brennweiten eine deutliche Vignettierung auf. Diese nimmt zwar mit zunehmender Blendenöffnung ab, ist aber dennoch sichtbar.
Hier sehen Sie ein Beispiel für eine Vignettierung bei 17 mm und f/2.8 sowie f/5.6, die anschließend mit einer Software korrigiert wurde.
Chromatische Aberrationen
Chromatische Aberrationen sind recht gering, bleiben jedoch in kontrastreichen Szenen sichtbar. Hier ist ein Beispiel für eine Aberration, die an den Ästen und den Konturen der Blätter zu sehen ist.


Fackel
Die Streulichtbildung ist größtenteils unter Kontrolle. Es war schwierig, welche zu finden. Nachfolgend sind die wenigen zu sehen, die ich bei einer 100-prozentigen Vergrößerung gefunden habe (zur Hervorhebung rot eingekreist). Auf dem Originalbild sind sie kaum zu erkennen, da sie sich vor einem Baum mit viel Grün befinden.

Koma
Dies ist nicht das beste Objektiv für Astrofotografie. Die Koma ist zwar recht gut, aber die Blende ist begrenzt. Es ist jedoch besser, eine Blendenstufe zu schließen, was den Reiz weiter verringert. Ich würde dafür ein Objektiv mit festem Fokus wie das 20 mm f/1.8 von Sony empfehlen.
Sternchen
Die Sonnenstrahlen sind bei Blende 16 gut definiert, aber schon bei Blende 11 waren sie gut. Bei kleineren Blendenöffnungen ist die Wiedergabe natürlich weniger ansprechend.


Egal ob bei 17 mm oder 28 mm – bei f/16 wirken die Sonnensterne nahezu gleich und recht sauber definiert, auch wenn es noch bessere Beispiele gibt.
Fokus-Atmung
Die Fokussierungsatmung ist bei kurzen Entfernungen bei allen Brennweiten spürbar, nimmt jedoch ab einer Fokusentfernung von 1 m und darüber hinaus deutlich ab. Sie wird nur dann störend, wenn Sie während einer Videoaufnahme von einem weit entfernten Motiv zu einem sehr nahen wechseln.
Welche alternativen Objektive könnten Sie in Betracht ziehen?
Mit einem Budget von 850 € ist es schwer, ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden als das des Tamron 17–28 mm. Wenn dein Budget jedoch größer ist oder du Festbrennweiten bevorzugst, gibt es mehrere Alternativen:
- Festbrennweiten mit 18 mm und 20 mm wie der Zeiss Batis oder das Samyang 18 mm f/2,8, Sony 20 mm f/1,8 G, das Sigma f/2 C sowie das Tamron f/2,8. Die 18-mm-Varianten empfehle ich weniger, da das Samyang qualitativ nur mittelmäßig ist und der Zeiss Batis recht teuer. Bei 20 mm sprechen jedoch einige Argumente dafür: Das Sony, getestet hier, bietet erstklassige Qualität zu einem ähnlichen Preis wie das 17–28-mm-Zoom, eine lichtstarke Blende f/1,8 (praktischer bei wenig Licht) sowie eine hochwertige Verarbeitung. Das Sigma ist ebenfalls eine exzellente Wahl, mit größerer Blendenöffnung als das Tamron-Zoom, kostet rund 700 € und besitzt eine sehr hochwertige Bauqualität. Das Tamron, getestet hier, bietet dieselbe Anfangsblende und Bildqualität wie das Zoom, ist jedoch deutlich günstiger.
- Bei den 24-mm-Festbrennweiten hat man reichlich Auswahl: Sony f/1,4 GM und f/2,8 G, Samyang f/1,8 und f/2,8, Sigma f/2 und f/3,5 C sowie Tamron f/2,8. Die Samyang f/2,8- und Sigma f/3,5-Versionen sind aus meiner Sicht die wenigsten attraktiven. Das Sony f/1,4 GM ist hervorragend, aber kostspielig, während das f/2,8 G extrem leicht und kompakt ist, jedoch angesichts der Blendenöffnung etwas teuer. Samyang f/1,8 und Sigma f/2 C sind beide sehr interessant: Das Samyang ist leichter und günstiger, das Sigma etwas besser verarbeitet. Tamrons f/2,8, getestet hier, liefert eine sehr hohe Bildqualität und ein 1:2-Abbildungsmaßstab zu einem fast unschlagbaren Preis von rund 200 €.
- Zoomobjektive mit Lichtstärke f/2,8 bzw. f/4 – dazu zählen Sonys 12–24 mm sowie 16–35 mm f/2,8 GM und f/4 G, Sigmas 14–24 mm f/2,8 Art und 16–28 mm f/2,8 Contemporary sowie das ältere Sony Zeiss 16–35 mm f/4 OSS – kommen als Alternativen in Frage. Die 12–24-mm-Modelle sind allerdings eher Speziallösungen für extreme Weitwinkel, und das Sony-Zeiss 16–35 mm f/4 gilt mittlerweile als überholt. Sonys 16–35 mm f/2,8 GM bietet eine noch bessere Bildqualität, Premium-Verarbeitung und viele Funktionen, liegt preislich aber in einer sehr hohen Liga. Sigmas 14–24 mm ist günstiger als das Sony GM und qualitativ hervorragend, deckt jedoch – wie die 12–24er – einen stärker spezialisierten UWW-Bereich ab und ist deutlich schwerer. Das neu erschienene 16–35 mm f/4 G von Sony und das Sigma 16–28 mm f/2,8 Contemporary sind aus meiner Sicht die wichtigsten Alternativen zum Tamron 17–28 mm. Das Sony ist noch leichter und kompakter, deckt einen größeren Brennweitenbereich ab, bietet eine hochwertigere Verarbeitung mit fortschrittlichen Videofeatures und einen schnelleren AF – kostet aber rund 1 500 €. Das Sigma ist vermutlich der ausgewogenere Konkurrent: ähnliche Preisklasse, bessere optische Leistung, schnellerer AF, hochwertige Haptik, 16 mm Startbrennweite und ein AF/MF-Schalter am Tubus, den das Tamron vermissen lässt,
- Für Video eignen sich insbesondere die Festbrennweiten Sony 20 mm und Sony 24 mm sowie das Zoom 16–35 mm f/4, da sie eine rastbare Blendenring-Option bieten, mit der Focus-Breathing-Kompensation der A7 IV harmonieren und zudem einen schnelleren AF liefern,
- Für APS-C-Bodys mit Sony-E-Mount wie die A6000- oder A6600-Serie ist das 17–28 mm zwar kompatibel, aber wenig sinnvoll, weil passendere Objektive mit größerem Zoombereich existieren. Interessanter sind hier Sonys 16–55 mm f/2,8 G, Tamrons 17–70 mm f/2,8 oder das günstigere Sigma 18–50 mm f/2,8,
- Tamron hat kürzlich sein 28–75 mm f/2,8 mit einem schnelleren VXD-AF-Motor und konfigurierbaren Funktionen neu aufgelegt. Daher hoffen wir, dass bald auch ein überarbeitetes 17–28 mm mit denselben Neuerungen erscheint – besonders nach Sigmas Vorstellung des preislich ähnlichen 16–28 mm f/2,8 (ca. 1 000 €). Das würde das Tamron gerade für Video nochmals attraktiver machen.
Tamron 17-28mm f/2.8 in Kürze
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
|
|
Schlussfolgerung
Kurz gesagt und meiner Meinung nach bietet das Tamron 17–28 mm ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, insbesondere in Bezug auf Lichtstärke, Gewicht und Abmessungen. Suchst du jedoch einen besonders schnellen AF oder Funktionen wie Bildstabilisierung, ist es vielleicht nicht die erste Wahl – für Landschafts- und Architekturfotografie stellt das aber meist kein Problem dar. Bei üblichen Arbeitsblenden um f/5,6 oder f/8 ist die Bildqualität sehr gut; in schwierigen Lichtverhältnissen kann die Lichtstärke f/2,8 trotz leichtem Qualitätsabfall sinnvoll sein.
Brauchst du hingegen höchste Bildqualität oder filmst regelmäßig, lohnt sich der Aufpreis für Sonys 16–35 mm oder Sigmas 14–24 mm. Ich selbst habe mein 17–28 mm zugunsten des neuen Sony 16–35 mm f/4 G ersetzt: Es ist zwar teurer und stärker auf Video zugeschnitten, doch unterwegs profitiert man vom geringeren Gewicht, dem größeren Brennweitenbereich und einem sehr reaktionsfreudigen AF für Street-Fotografie.
Findest du den Brennweitenbereich des 17–28 mm zu eingeschränkt und bevorzugst deshalb Festbrennweiten – wie ich letztlich mit meinem Tamron 20 mm f/2,8 –, sind Sigmas 20 mm und 24 mm f/2 C hervorragende Alternativen in ähnlicher Preislage. Sie bieten mehr Lichtstärke, eine hochwertigere Verarbeitung, einen (leider nicht einrastenden) Blendenring und insgesamt noch bessere Bildqualität.
Damit sind wir am Ende dieses Tamron-17–28 mm-f/2,8-Di III RXD-Tests. Ich hoffe, er motiviert dich zum Kauf – das Objektiv ist dank seiner Vielseitigkeit und seines großen Bildwinkels eine ausgezeichnete Wahl für weitwinklige Aufnahmen!
Wenn dir der Test gefallen hat und du unsere Arbeit unterstützen möchtest, kannst du das Objektiv über die beiden Links unten erwerben. So hilfst du uns, weiterhin kostenfreie, hochwertige Artikel zu veröffentlichen und den Blog werbefrei zu halten.
Bis bald zur nächsten Rezension,
Geschrieben von Sylvain PONS
Ich bin seit 2010 leidenschaftlicher Fotograf und habe mir alles selbst beigebracht, während ich auf Entdeckungsreise war. Heute widme ich mich der Aufgabe, andere bei der Wahl ihrer Fotoausrüstung zu beraten und verschiedene Tipps weiterzugeben, um ihre fotografische Praxis zu bereichern.
Dank Ihnen, unseren Lesern, kann unser Blog weiter wachsen. Diese Seite kann Affiliate-Links enthalten, was bedeutet, dass wir eine Provision verdienen können, wenn Sie über diese Links einen Kauf tätigen, ohne dass es für Sie teurer wird. Das hilft uns, Ihnen immer mehr zu bieten und unsere Arbeit zu unterstützen
Trotz unserer Sorgfalt kann sich in diesem Artikel ein Fehler eingeschlichen haben. Wenn Sie einen Fehler entdecken, teilen Sie uns dies bitte mit, damit wir ihn korrigieren und unsere Informationen auf dem neuesten Stand halten können!







