Panasonic 42.5 mm f/1.7 OIS Testbericht
Letzte Aktualisierung : 20/05/2026
Anfang 2015 wurde das Panasonic 42,5 mm f/1.7 OIS vorgestellt. Dieses Objektiv wurde entwickelt, um mit dem Olympus 45 mm f/1.8 zu konkurrieren. Manche fragten sich, warum Panasonic dieses Objektiv herausbrachte, wo Olympus doch fast dieselben Eigenschaften zu einem geringeren Preis anbietet. Dabei vergaßen sie, dass der Verkauf von Olympus‑Objektiven Olympus zugutekommt und nicht Panasonic – haha –, obwohl Micro 4/3 ein gemeinsam genutztes Bajonett beider Marken ist. Zumal damals fast alle Olympus‑Kameras eine Sensorstabilisierung hatten, die Panasonic‑Kameras jedoch nicht. Einer der Vorteile dieses 42,5 mm gegenüber dem 45 mm von Olympus ist die eingebaute Stabilisierung. Wie das 15 mm f/1.7 besitzt auch dieses Objektiv ein Micro‑4/3‑Bajonett. Es ist somit mit allen Panasonic‑ und Olympus‑Gehäusen dieses Formats kompatibel, auch wenn es einige Einschränkungen gibt, die ich unten erwähne.
Wir haben einen umfassenden Leitfaden zu allen derzeit erhältlichen Micro‑4/3‑Kameras veröffentlicht, falls du mehr über das Format erfahren möchtest.
Hier handelt es sich um ein äquivalentes 85‑mm‑Vollformat‑Objektiv, das sich besser für Porträts eignet, nach einem ausführlichen Test des Panasonic 15 mm f/1.7, das sich eher für Reportagen und Street‑Fotografie eignet. Außerdem habe ich einen Test an meiner Panasonic G90 mit einem 20‑MP‑Micro‑4/3‑Sensor durchgeführt. Ziel ist hier nicht, Backsteinmauern oder Testcharts zu zeigen – obwohl du ein wenig Arbeit leisten musst, um die Schwächen zu zeigen –, sondern vor allem, das Objektiv im praktischen Einsatz zu präsentieren.
Die gezeigten Bilder wurden im RAW‑Format aufgenommen und in DxO Photolab 5 in der Standardeinstellung mit aktivierten Korrekturen entwickelt, außer denjenigen, die optische Fehler zeigen oder die Galerie illustrieren.
Hier folgt der vollständige Test des PANASONIC 42,5 mm f/1.7 OIS. Außerdem haben wir einen umfassenden Test der Panasonic G90 durchgeführt.
Objektivvorstellung
| Merkmale | Visuell |
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Mit 400 € ist das Panasonic 42,5 mm f/1.7 teurer als das Olympus 45 mm f/1.8. Das ist ein relativ hoher Preis, wenn man bedenkt, dass es nur einem 85 mm f/3.5 im Vollformat entspricht. (In Bezug auf die Belichtung ist es jedoch definitiv ein f/1.7.) Seitdem ist der Preis kaum gefallen. Hauptkonkurrent ist also das Olympus. Dieses ist außerdem leichter.

Die Brennweite von 42,5 mm im Micro‑4/3‑System entspricht 85 mm im Vollformat, einer sehr beliebten Porträtbrennweite, die jedoch ebenso für Landschaften oder andere Motive genutzt werden kann. Durch die geringe Größe und die Stabilisierung eignet sich das Objektiv auch hervorragend für Street‑Fotografie, da man mit einem sehr kompakten Objektiv unauffällig bleibt und relativ lange Belichtungszeiten verwenden kann. Das gilt umso mehr mit einem Panasonic‑Gehäuse: Der Sensor ist stabilisiert und arbeitet mit der Linsenstabilisierung zusammen, um Verwacklungen bei Aufnahmen am Abend oder in der Nacht zu reduzieren.
Ergonomie, Design und Handhabung
Die Verarbeitungsqualität ist zwar sehr aus Kunststoff, aber hochwertig. Natürlich fehlt das metallische Finish des in Zusammenarbeit mit Leica entwickelten 15 mm. Das Gehäuse ist sehr schlicht, ohne Schalter für AF/MF oder zum Aktivieren/Deaktivieren der Stabilisierung. Diese Einstellungen werden über das Kameragehäuse gewählt. Dieses Prinzip ähnelt dem vieler neuer Tamron‑Vollformat‑E‑Mount‑Objektive für Sony, denen ebenfalls Komfortfunktionen fehlen. Ziel ist es, die Funktionen auf das Minimum zu reduzieren, um ein so einfach zu bedienendes Objektiv wie das oben erwähnte 15 mm f/1.7 zu schaffen. Die Gegenlichtblende hat ein traditionelles Design und lässt sich umgedreht montieren, wodurch sie im Rucksack weniger Platz einnimmt.

Das Objektiv verfügt über ein asphärisches Element. Dies begrenzt chromatische Aberrationen und sorgt für eine gute Qualität über das gesamte Bild. Das Bokeh ist bei großen Blenden schön rund, doch bei mittleren Blenden wird die 7‑Blenden‑Lamellen‑Form schnell sichtbar. Zudem ist ein optischer Bildstabilisator vorhanden. Damit lassen sich längere Belichtungszeiten aus der Hand nutzen und gleichzeitig die ISO‑Empfindlichkeit für bessere Bildqualität senken. Dies ist jedoch nur an Panasonic‑Gehäusen interessant, da er an Olympus‑Kameras wirkungslos bleibt. Der Fokusring ist für ein so kompaktes Objektiv recht groß, aber nicht sehr weich, daher sollte man ihn besser mit zwei Fingern drehen.

Autofokussystem
Für Porträtaufnahmen ist ein AF‑System, das dem Motiv folgen kann, sehr wichtig, besonders in „sportlichen“ Situationen. Zum Glück leistet Panasonic bei seinen Objektiven gute Arbeit; soweit ich weiß, ist die einzige Festbrennweite mit einigen negativen Bewertungen in diesem Punkt das 20 mm f/1.7 Pancake. Die Fokussierung ist im AF‑S‑Modus sehr schnell und präzise – dieser ist zwar für Porträts weniger interessant, lässt sich aber in anderen Bereichen einsetzen.
Im AF‑C‑Modus liegt das „Problem“ des Panasonic‑AF am Kontrast‑AF. Obwohl die Kamera das Motiv sehr schnell fokussieren und verfolgen kann, müssen wir leider mit Pumpen im Sucher leben. Wenn man keiner langen Action folgt, ist das nicht so störend. Doch sobald man das Motiv scharf halten will, bis eine interessante Reaktion festgehalten ist, kann das Hin‑ und Herwackeln beim Zielen schnell schwindelig machen, haha.
Am besten kombiniert man das Objektiv mit einem Olympus‑Body mit Phasendetektions‑AF, wenn man den hervorragenden AF des Objektivs für Sport nutzen möchte. Verliert man dabei zwar den Blendenring wie beim 15 mm f/1.7, verliert man auch die Möglichkeit, die Objektiv‑Stabilisierung mit der Sensor‑Stabilisierung zu kombinieren. In diesem Fall wäre es klüger, gleich zum Olympus 45 mm f/1.8 zu greifen.
Stabilisierung
Viele Panasonic‑Kameras verfügten zum Zeitpunkt der Markteinführung nicht über eine Sensorstabilisierung. Panasonic entschied sich daher, im 42,5 mm f/1.7 eine optische Stabilisierung zu integrieren, während 85‑mm‑Objektive in anderen Formaten selten stabilisiert waren. Keine schlechte Wahl, da ein Sensor mit gleicher Auflösung eher zum Verwackeln neigt.
Die Stabilisierung im Panasonic 42,5 mm f/1.7 ist sehr effektiv. Man gewinnt fast 4 EV an einer nicht stabilisierten Kamera, was bedeutet, dass man bei einer Referenz‑Belichtungszeit von 1/100 s, um Verwacklungen zu vermeiden (was bei einer 20‑MP‑Micro‑4/3‑Kamera ohne Stabilisierung logisch wäre), bis auf 1/6 s heruntergehen kann (sagen wir 1/10 s, um etwas Reserve zu lassen). In Kombination mit einem Panasonic‑Body mit Sensor‑Stabi sind bis zu 6 oder sogar 7 EV möglich, also fast 1 s Belichtungszeit! Letztlich hängt es davon ab, was man fotografieren will: Einen rennenden – oder schlimmer noch, einen zappelnden – Kind mit 1 s aufzunehmen, führt zu Bewegungsunschärfe.
Bildqualität
Bei großen Blenden bleibt die Schärfe hoch, auch an den Rändern. Ab f/2.8 erreicht das Objektiv eine außergewöhnliche Homogenität. Ab f/8 macht sich Beugung bemerkbar, was die Schärfe bei f/11 und f/16 deutlich mindert; daher liegt der ideale Bereich an meiner Panasonic G90 und anderen 20‑MP‑Kameras zwischen f/2.8 und f/5.6.
Unten sehen Sie eine Aufnahme aus meiner Testreihe.

Um zu zeigen, wie sich die Schärfe von Offenblende bis f/8 ändert, sehen Sie hier eine Nahaufnahme der Bildmitte meines Testfotos. Bewegen Sie den Mauszeiger über die verschiedenen Blenden unter dem Bild, um den Schärfeverlauf zu sehen.
Bokeh
Das Bokeh im Hintergrund ist etwas weich, aber nicht das feinste und immer noch ein wenig intensiv. Dennoch zeigt es, dass man auf einem Micro‑4/3 hervorragendes Bokeh erzielen kann, ohne ein teures f/1.2‑Objektiv zu benötigen.


Verzeichnung
Die Verzeichnung ist gering, aber vorhanden. Am besten korrigiert man sie direkt in der Kamera oder in der Bildbearbeitungssoftware.


Vignettierung
Die Vignettierung ist bei Offenblende stark und nimmt bei f/2 ab, bei f/2.8 noch stärker. Erst ab f/5.6 wird sie so weit wie möglich reduziert. Danach ändert sie sich nicht mehr, bleibt jedoch unabhängig von der Blende vorhanden.
Chromatische Aberrationen
Es gibt nur sehr wenige chromatische Aberrationen. An einigen Konturen ist jedoch ein violetter Saum zu erkennen. Das ist kein Grund zur Sorge, denn er lässt sich in der Nachbearbeitung korrigieren. Zur Veranschaulichung finden Sie hier zwei 100 %-Crops.


Flare
Es gibt ziemlich viel Flare. Befindet sich eine Lichtquelle im Bild oder am Rand, geht deutlich Kontrast verloren.

Koma
In der Astrofotografie ist das Koma bei Offenblende deutlich sichtbar. Sterne werden in die Länge gezogen und es erscheinen einige „Möwen“. Bei f/2 verbessert sich das nur wenig; bei f/2.8 ist eine deutliche Verbesserung zu sehen.


Sonnensterne
Sonnensterne sind sehr diffus, selbst bei f/11 und f/16, wo zwar Strahlen erscheinen, diese aber stark violett sind.


Focus Breathing
Focus Breathing ist deutlich sichtbar und kann besonders beim Videofilmen schnell störend werden.
Alternativen zum Panasonic 42.5 mm f/1.7 OIS
Den wichtigsten Konkurrenten des 42.5 mm habe ich in diesem Artikel bereits genannt, das 45 mm f/1.8. Es gibt jedoch noch andere Optionen, wenn auch nicht viele. Wie beim 15 mm kenne ich mich mit den Alternativen nicht wirklich aus, vertraue aber den vorhandenen Rezensionen.
- Das Olympus 45mm f/1.8 ist etwas leichter (10g) und günstiger als das Panasonic. Es bietet eine ähnliche Bildqualität trotz einer kürzeren Mindestfokussierdistanz, aber ein besseres Bokeh. Wenn Sie ein Olympus‑Gehäuse haben, ist das 45mm f/1.8 die offensichtliche Wahl, da die Stabilisierung des Panasonic nicht funktioniert.
- Die 42.5 und 45mm f/1.2 von Panasonic und Olympus sind deutlich hochwertiger und wesentlich teurer, mit größeren und schwereren Gehäusen, was sie in dieser Hinsicht weniger attraktiv macht als das, was man in größeren Formaten findet. Beide bieten eine hervorragende Bildqualität. Das Olympus hat einen leichten Vorteil, aber wiederum bietet das Panasonic eine optische Stabilisierung.

Das Panasonic 42,5mm f/1.2 ist ein hervorragendes Spitzenobjektiv, aber der Preis ist immer noch deutlich höher
- Das 35-100 mm f/2.8 von Panasonic sowie das 40-150 f/2.8 und f/4-5.6 von Olympus sind natürlich vielseitiger. Alle drei bieten eine sehr gute Bildqualität, sind jedoch teurer sowie spürbar schwerer und voluminöser. Suchen Sie ein hochwertiges Allround‑Zoom, das die Brennweite 42,5/45 mm abdeckt, sind das hervorragende Optionen. Ihre Verarbeitungsqualität ist ebenfalls beeindruckend. Das Panasonic 35‑100 mm besteht aus mehr Kunststoff und ist dadurch sehr leicht. Das Olympus 40‑150 f/4 hat ein ähnliches Gewicht, allerdings eine kleinere maximale Blendenöffnung.
- Das Panasonic 25-50mm f/1.7 ist in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich. Es hat eine sehr große Blendenöffnung und herausragende Bildqualität – ebenso außergewöhnlich sind jedoch Gewicht, Größe und Preis, diesmal allerdings im negativen Sinn. Zwischen dem 42,5 mm f/1.7 und diesem 25‑50 mm muss man nicht lange überlegen; sie richten sich an völlig unterschiedliche Fotografen- bzw. Videografen‑Zielgruppen.
Panasonic 42.5mm f/1.7 OIS – Zusammenfassung
| Vorteile | Nachteile |
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Fazit
Zusammengefasst liefert das Panasonic 42,5 mm f/1.7 eine sehr gute Bildqualität in einem leichten, kompakten Gehäuse, dazu einen leistungsfähigen AF und einen interessanten optischen Bildstabilisator für Fotos (besonders wenn Sie eine ältere Panasonic‑Kamera ohne Sensor‑Stabilisierung besitzen). Der aktuelle Preis liegt bei etwa 350 €, womit es noch etwas teurer ist als das Olympus 45 mm f/1.8, das man schon für unter 300 € bekommt.
Mit einem Panasonic‑Gehäuse ist es also sinnvoller, bietet aber nicht unbedingt bessere Leistungen als das Olympus. Dennoch ist es angenehm zu benutzen und eine gute Option.
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Wenn Sie nach weiteren Objektiven suchen, werfen Sie einen Blick auf unseren vollständigen Leitfaden zu den besten Micro‑4/3‑Objektiven.
Außerdem haben wir einen ausführlichen Testbericht des Olympus M.Zuiko Digital ED 75mm f/1.8 veröffentlicht. Dieses Objektiv ist für Porträts besonders interessant.
Wir hoffen, Sie bald wiederzusehen,
(Ich möchte mich noch einmal bei Alex dafür bedanken, dass er sich die Zeit genommen hat, das zu testen!)
Geschrieben von Sylvain PONS
Ich bin seit 2010 leidenschaftlicher Fotograf und habe mir alles selbst beigebracht, während ich auf Entdeckungsreise war. Heute widme ich mich der Aufgabe, andere bei der Wahl ihrer Fotoausrüstung zu beraten und verschiedene Tipps weiterzugeben, um ihre fotografische Praxis zu bereichern.
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